Wie Saunakabinen gefertigt und abgenommen werden
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Eine Saunakabine sieht nach Tischlerarbeit aus und ist in der Ausführung ein Verbund aus drei Gewerken. Holzbau, Elektrotechnik und Lüftung müssen in derselben Konstruktion zusammenpassen, und jedes der drei folgt eigenen Regelwerken. Wer Saunabau als Leistung einkauft, kauft deshalb weniger ein Möbel als eine abzunehmende technische Anlage.
Was umfasst der Saunabau als Gewerk?
Der Saunabau umfasst die Fertigung der Kabine, den Einbau von Ofen und Steuerung, die Ausbildung der Lüftung und die Übergabe mit den dazugehörigen Nachweisen. Hinzu kommen Vorarbeiten am Raum selbst, etwa Abdichtung, Bodenablauf und die Zuleitung in ausreichendem Querschnitt.
Die Leistung teilt sich in zwei Bauarten mit unterschiedlicher Fertigungstiefe. Serienkabinen werden im Werk in gleichen Abmessungen vorgefertigt und am Einsatzort nur zusammengesetzt. Objektkabinen werden auf den vorhandenen Raum aufgemessen, als Einzelstück gezeichnet und in Teilen vorgefertigt, wobei Schrägen, Stützen und Lüftungsführungen in die Werkstattplanung eingehen.
Die Fertigungstoleranz entscheidet in beiden Fällen über die Dichtheit. Fugen in der Dampfbremse und schlecht sitzende Türanschläge lassen Feuchte in die Konstruktion, und dieser Mangel zeigt sich erst nach Monaten im Betrieb.
Woran sich die Ausführung zuerst entscheidet, ist der Werkstoff.
Welche Holzarten werden im Saunabau verwendet?
Verwendet werden harzarme, maßstabile Nadel- und Laubhölzer mit geringer Wärmeleitfähigkeit. Nordische Fichte und Hemlocktanne tragen die Wandflächen, Abachi, Linde und thermisch behandelte Espe bilden Bänke, Rückenlehnen und Kopfstützen, weil sie sich bei Berührung weniger stark aufheizen.
Die Auswahl folgt der Funktion und nicht der Optik. Wandflächen brauchen Formstabilität bei wechselnder Feuchte und eine Oberfläche, die sich reinigen lässt. Bänke brauchen vor allem eine niedrige Wärmeleitfähigkeit und Astfreiheit, weil ein Harzgang auf der Sitzfläche bei Betriebstemperatur austritt.
Die gebräuchlichen Hölzer lassen sich nach Einbauort ordnen:
| Holz | Einbauort | Grund der Wahl |
|---|---|---|
| Nordische Fichte | Wand, Decke | formstabil, feine Struktur, verbreitet |
| Hemlocktanne | Wand, Rahmen | nahezu astfrei, geringe Harzführung |
| Abachi | Bank, Lehne | sehr geringe Wärmeleitfähigkeit |
| Linde | Lehne, Kopfstütze | weiche Oberfläche, geringe Erwärmung |
| Thermoespe | Bank, Sichtfläche | durch Hitzebehandlung feuchtebeständig |
| Zeder | Wand in Objektkabinen | widerstandsfähig, eigener Geruch |
Metall kommt an den Stellen hinzu, an denen Holz nicht tragen oder nicht bestehen kann. Ofengestelle, Abstandsgitter, Geländer und Unterkonstruktionen von Objektanlagen werden als Baugruppen aus Stahl und Edelstahl gefertigt, weil nur dort die Anforderung an Hitzebeständigkeit und Tragfähigkeit gleichzeitig erfüllt wird.
Wie diese Werkstoffe zusammengefügt werden, bestimmt der Wandaufbau.
Wie ist eine Saunakabine aufgebaut?
Aufgebaut wird eine Saunakabine entweder als Blockbohlenkonstruktion oder in Elementbauweise. Die Blockbohle trägt und dämmt im selben Querschnitt, das Element besteht aus einem Rahmen mit Dämmung, einer raumseitigen Dampfbremse und einer innen liegenden Profilschalung.
Beide Bauweisen haben einen festen Anwendungsbereich. Die Blockbohle ist dicker, speichert mehr Wärme und braucht länger zum Aufheizen, was sie für Dauerbetrieb geeignet macht. Die Elementbauweise erreicht bei geringerer Wandstärke den besseren Dämmwert und heizt schneller auf, verlangt dafür eine lückenlos verklebte Dampfbremse mit Aluminiumkaschierung auf der warmen Seite.
Hinzu kommt der Aufbau hinter der Kabine. Zwischen Dampfbremse und Rohwand bleibt eine Hinterlüftungsebene, damit Feuchte, die die Bremse passiert, abgeführt wird. Die Tür öffnet ohne Verriegelung nach außen und besteht aus Sicherheitsglas oder aus einem Holzrahmen mit Glasfüllung, ein Schloss ist in jeder Bauart ausgeschlossen.
Welche Leistung in diesen Aufbau eingetragen wird, richtet sich nach dem umschlossenen Volumen.
Wie wird die Ofenleistung nach dem Kabinenvolumen bestimmt?
Bestimmt wird die Ofenleistung über das Kabinenvolumen, also über Länge, Breite und Höhe des Innenraums, und über Zuschläge für Flächen, die Wärme abführen. Die Ofenhersteller geben dafür Auslegungstabellen heraus, die eine Leistung je Kubikmeter vorsehen.
Die Zuschläge sind der Teil, an dem in der Praxis die meisten Fehlauslegungen entstehen. Glasfronten, Glastüren, unverkleidete Massivholzwände und Außenwände ohne Dämmung werden mit einem Mehrfachen ihrer Fläche in die Rechnung eingesetzt, weil sie Wärme schneller abgeben als eine gedämmte Elementwand. Eine Kabine mit zwei Glasseiten verlangt daher einen deutlich stärkeren Ofen als eine gleich große geschlossene Kabine.
Die Auslegung wirkt sich auf drei weitere Punkte aus:
| Festlegung | Folge für die Anlage |
|---|---|
| Ofenleistung | Querschnitt der Zuleitung, Absicherung, Ein- oder Drehstromanschluss |
| Steinmenge | Aufheizzeit und Verhalten beim Aufgießen |
| Sicherheitsabstände | Lage der Bank, Abstandsgitter, Abstand zur Wand |
| Steuerungsart | Zulässigkeit von Vorwahl und Fernstart im gewerblichen Betrieb |
Die Grenzwerte dazu stehen in DIN EN 60335-2-53 für Saunaheizgeräte und in der Montageanleitung des Herstellers, die bei einer Abnahme als Teil der Dokumentation verlangt wird.
Damit die eingetragene Wärme nutzbar wird, muss Luft durch die Kabine geführt werden.
Wie wird eine Saunakabine belüftet?
Belüftet wird eine Saunakabine im Querstrom. Die Zuluft tritt in Bodennähe unter oder hinter dem Ofen ein, streicht über die Steine und verlässt die Kabine über eine Abluftöffnung, die diagonal gegenüber unter der Bank liegt, ergänzt um eine Entlüftung für den Nachbetrieb.
Der angestrebte Luftwechsel richtet sich nach der Nutzung. Eine private Kabine arbeitet mit natürlicher Lüftung über regelbare Schieber, eine gewerbliche Anlage mit mechanischer Lüftung, deren Volumenstrom nach der Zahl der Plätze bemessen wird. Die Richtlinien für den Bäderbau führen diese Anforderung für öffentliche Saunabereiche zusammen mit den Vorgaben zur Raumluft im Ruhebereich.
Hinzu kommt die Frage, woher die Zuluft stammt. Wird sie aus dem Freien geführt, braucht die Öffnung einen Schutz gegen Insekten und Pflanzenteile, und dafür kommen dieselben Einsätze in Betracht, die auch an Fenstern als feinmaschige Schutzgitter gegen Pollen verwendet werden. Der Druckverlust solcher Einsätze gehört in die Bemessung, weil ein zugesetztes Gitter die Lüftung lahmlegt.
Ist die Anlage betriebsfertig, folgt die förmliche Übergabe.
Was gehört zur Abnahme einer Saunaanlage?
Zur Abnahme gehören der Nachweis der elektrischen Anlage, das Aufheizprotokoll und die vollständige Dokumentation. Geprüft wird die Installation nach DIN VDE 0100-703, der Norm für Räume mit Saunaheizgeräten, zusammen mit Schutzleiterprüfung, Isolationsmessung und der Wirksamkeit der Fehlerstromschutzeinrichtung.
Beim ersten Aufheizen werden Temperaturverteilung, Funktion des Sicherheitstemperaturbegrenzers und die Wirkung der Lüftungsöffnungen protokolliert. Eine Kabine, die an der Decke die Solltemperatur erreicht, auf Bankhöhe aber deutlich darunter bleibt, ist nicht abnahmefähig, auch wenn der Ofen die bestellte Leistung bringt.
Die Übergabemappe enthält Montage- und Betriebsanleitungen, das Prüfprotokoll der Elektroanlage, die Konformitätserklärung von Ofen und Steuerung sowie einen Wartungsplan. Bei gewerblichen Anlagen verlangen die Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zusätzlich eine Gefährdungsbeurteilung und die Benennung der Personen, die die regelmäßigen Prüfungen übernehmen.
Mit der Abnahme beginnt der Teil, der über die Nutzungsdauer entscheidet.
Welche Wartung verlangt eine Saunaanlage im Betrieb?
Verlangt wird eine Wartung in drei Ebenen: tägliche Reinigung, wiederkehrende Prüfung der Elektrotechnik und der Austausch von Verbrauchsteilen. Der Hersteller gibt dafür das Wartungsintervall vor, bei gewerblichen Anlagen tritt die Prüfpflicht für elektrische Betriebsmittel daneben.
An erster Stelle stehen die Saunasteine. Sie zerfallen durch den Wechsel von Hitze und Wasser, verdichten sich im Korb und behindern dann den Luftzug durch den Ofen, was die Heizstäbe überlastet. Heizstäbe, Türdichtungen, Bankauflagen und die Fühlerleitungen der Steuerung folgen als weitere Positionen.
Die Instandhaltung der Holzflächen läuft ohne filmbildende Lacke. Bänke werden geschliffen und mit Paraffinöl behandelt, Wandflächen bleiben unbehandelt, weil eine geschlossene Oberfläche Feuchte in der Konstruktion einschließt. Wer Lack aufbringt, erzeugt Blasen und eine Fläche, die sich hygienisch nicht mehr sicher reinigen lässt.
Wie dicht diese Pflegeintervalle liegen, hängt von der Betriebsart ab, und dort trennen sich die beiden Einsatzfälle.
Wann lohnt sich eine gewerbliche Saunaanlage gegenüber einer Einzelkabine?
Eine gewerbliche Anlage lohnt sich, wenn täglich über viele Stunden geheizt wird und mehrere Personen gleichzeitig Platz finden müssen. Die Bauart folgt dann der Betriebsstundenzahl, nicht der Fläche, und sie bringt eine stärkere Konstruktion, eine mechanische Lüftung und eine Steuerung mit Betriebsstundenzählung mit sich.
Die Unterschiede betreffen vier Bereiche. Die Kabine wird mit größeren Querschnitten und austauschbaren Bankelementen gefertigt, der Ofen auf Dauerbetrieb ausgelegt, die Lüftung aktiv geführt, und die Betreiberpflichten umfassen Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, wiederkehrende Prüfungen und ein Reinigungsregime mit dokumentierten Intervallen. Eine Einzelkabine kennt keine dieser Pflichten und ist dafür nicht ausgelegt.
Die Grenze verläuft nicht bei der Kabinengröße, sondern beim Nutzerkreis. Sobald eine Anlage Dritten zugänglich ist, ob Belegschaft, Gästen oder Mitgliedern, greifen die Regeln für den gewerblichen Betrieb, und eine nachträgliche Umrüstung einer Einzelkabine auf diesen Stand erreicht selten das Niveau einer Anlage, die von Anfang an dafür gebaut wurde.


