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Wie sich Handwerkerleistungen steuerlich absetzen lassen

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Handwerkerrechnung mit getrennt ausgewiesenem Lohnanteil
Handwerkerrechnung mit getrennt ausgewiesenem Lohnanteil

Wer im eigenen Haushalt Handwerker beauftragt, kann einen Teil der Rechnung über die Einkommensteuer zurückholen. Geregelt ist das in Paragraf 35a des Einkommensteuergesetzes, und die Vorschrift ist enger gefasst, als die Praxis vermuten lässt: Begünstigt ist die Arbeit, nicht das Material, und die Zahlung muss den Weg über ein Konto nehmen.

Welche Handwerkerleistungen sind steuerlich begünstigt?

Begünstigt sind Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen in einem Haushalt, der im Inland oder im Europäischen Wirtschaftsraum liegt. Dazu zählen Arbeiten am Gebäude ebenso wie auf dem dazugehörigen Grundstück.

Typische Fälle sind das Streichen von Wänden, der Austausch von Fenstern, die Wartung der Heizung, Arbeiten an der Elektroinstallation, Dacharbeiten, Pflasterarbeiten und der Austausch von Bodenbelägen. Auch die Prüfung durch Schornsteinfeger oder die Kontrolle technischer Anlagen fällt darunter, weil sie am Objekt stattfindet.

Nicht begünstigt sind Maßnahmen, die neuen Wohnraum schaffen. Ein Anbau, der die Wohnfläche vergrößert, zählt als Neubau und fällt aus der Vorschrift heraus, ebenso Arbeiten in einem Gebäude, das noch nicht bewohnt wird.

Welcher Teil der Rechnung am Ende zählt, hängt von der Zusammensetzung des Betrags ab.

Welcher Teil der Rechnung lässt sich absetzen?

Abgesetzt werden können ausschließlich die Arbeitskosten, also Lohn, Fahrtkosten, Maschinenkosten und die darauf entfallende Umsatzsteuer. Materialkosten bleiben außen vor, unabhängig davon, wer das Material beschafft hat.

Daraus folgt eine Anforderung an die Rechnung: Arbeits- und Materialanteil müssen getrennt ausgewiesen sein. Eine Rechnung über einen Gesamtbetrag erkennt das Finanzamt nicht an, und eine nachträgliche Schätzung durch den Steuerpflichtigen ersetzt die Aufteilung nicht. Betriebe, die regelmäßig für Privathaushalte arbeiten, weisen den Lohnanteil deshalb von sich aus getrennt aus.

Abziehbar sind 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Kalenderjahr. Der Betrag wird direkt von der Steuerschuld abgezogen, nicht vom zu versteuernden Einkommen, was ihn deutlich wirksamer macht als einen Abzugsposten gleicher Höhe.

Neben den Handwerkerleistungen steht eine zweite Kategorie mit eigenem Höchstbetrag.

Wie grenzen sich haushaltsnahe Dienstleistungen ab?

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind Tätigkeiten, die gewöhnlich von Haushaltsangehörigen erledigt werden, etwa Reinigung, Gartenpflege, Winterdienst oder die Betreuung von Haustieren. Für sie gilt ebenfalls ein Abzug von 20 Prozent der Arbeitskosten, allerdings bis zu 4.000 Euro im Jahr.

Beide Höchstbeträge bestehen nebeneinander und können im selben Jahr ausgeschöpft werden. Entscheidend ist die Zuordnung der konkreten Leistung, und sie fällt nicht immer eindeutig aus: Das Fällen eines Baums gilt als Handwerkerleistung, das regelmäßige Schneiden einer Hecke als haushaltsnahe Dienstleistung.

Eine dritte Gruppe bilden haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, etwa eine angemeldete Haushaltshilfe im Minijob, für die eigene Werte gelten. Eine ausführliche Zuordnung einzelner Leistungen zu den Kategorien findet sich in der Übersicht, wie sich Handwerkerleistungen steuerlich abzusetzen lohnt.

Unabhängig von der Kategorie entscheidet die Art der Zahlung über den Abzug.

Warum zählt nur die unbare Zahlung?

Nur die unbare Zahlung zählt, weil der Gesetzgeber mit der Vorschrift Schwarzarbeit zurückdrängen wollte. Verlangt wird eine Rechnung und eine Zahlung auf das Konto des Leistenden, nachgewiesen durch Kontoauszug oder Überweisungsbeleg.

Eine Barzahlung führt zum vollständigen Verlust des Abzugs, auch wenn eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt und die Leistung unstreitig erbracht wurde. Dieselbe Folge tritt bei einer Barzahlung gegen Quittung ein. Eine spätere Umbuchung heilt den Vorgang nicht.

Zulässig sind Überweisung, Lastschrift, Dauerauftrag und Kartenzahlung. Bei einer Zahlung durch Dritte kommt es darauf an, dass der Steuerpflichtige wirtschaftlich belastet ist.

Damit stellt sich die Frage, in welchem Jahr der Abzug wirkt.

In welchem Jahr wirkt der Abzug?

Der Abzug wirkt in dem Kalenderjahr, in dem die Zahlung abfließt, nicht in dem Jahr, in dem die Leistung erbracht wurde. Dieses Abflussprinzip eröffnet einen Gestaltungsspielraum, wenn der Höchstbetrag eines Jahres bereits ausgeschöpft ist.

Eine Ausnahme gilt für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die kurze Zeit vor oder nach dem Jahreswechsel geleistet werden. Sie werden dem Jahr zugeordnet, zu dem sie wirtschaftlich gehören, wobei als kurze Zeit üblicherweise zehn Tage gelten.

Für Mieter gilt eine eigene Konstellation. Sie können Beträge aus der Betriebskostenabrechnung geltend machen, soweit die Abrechnung die begünstigten Arbeitskosten getrennt ausweist, etwa für Treppenhausreinigung, Gartenpflege oder Wartungen. Maßgeblich ist dann das Jahr, in dem die Abrechnung zugeht.

Was davon beim Finanzamt ankommt, hängt an den Nachweisen.

Welche Nachweise verlangt das Finanzamt?

Verlangt werden die Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Arbeitsanteil und der Beleg über die unbare Zahlung. Beide müssen nicht mehr standardmäßig mit der Steuererklärung eingereicht werden, sind aber auf Anforderung vorzulegen.

Die Rechnung muss den Leistenden, den Empfänger, die Art der Leistung und den Zeitpunkt erkennen lassen. Bei größeren Maßnahmen empfiehlt sich eine Aufstellung, die den Lohnanteil je Position ausweist, weil pauschale Angaben wie ein geschätzter Prozentsatz regelmäßig beanstandet werden.

Aufzubewahren sind die Unterlagen so lange, wie der Steuerbescheid änderbar bleibt. Für Betriebe, die für Privathaushalte arbeiten, folgt daraus ein praktischer Punkt: Eine Rechnung mit sauber getrenntem Lohnanteil erspart dem Kunden eine Rückfrage und dem Betrieb eine Korrektur.

Wann lohnt sich die Aufteilung einer größeren Maßnahme über zwei Jahre?

Die Aufteilung lohnt sich, sobald die Arbeitskosten einer Maßnahme den Betrag übersteigen, der den Höchstbetrag von 1.200 Euro ausschöpft, also rund 6.000 Euro Arbeitskosten im Jahr. Alles darüber verfällt, weil der Höchstbetrag nicht übertragbar ist.

Umsetzen lässt sich das über eine Abschlagsrechnung zum Jahresende und eine Schlussrechnung im Folgejahr, sofern die Arbeiten tatsächlich in beiden Jahren stattfinden. Entscheidend ist der Zahlungsabfluss, weshalb die Rechnungsstellung und die Überweisung aufeinander abgestimmt werden müssen.

Nicht sinnvoll ist die Aufteilung, wenn die Maßnahme ohnehin unter dem Höchstbetrag bleibt oder wenn der Betrieb für eine Zweiteilung Mehrkosten berechnet. Wie stark der Digitalisierungsgrad eines Betriebs die Abrechnung beeinflusst, zeigt der Blick auf das Handwerk unter digitalen Vorzeichen, wo Aufmaß, Rechnung und Dokumentation zusammenlaufen.

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